Weiterbildung Floristin: So kommst du nach der Ausbildung weiter

Dieser Artikel wurde zuletzt im November 2026 aktualisiert & geprüft.
Floristmeisterin zeigt Auszubildenden eine Gestecktechnik
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Die Ausbildung ist geschafft, du bindest Sträuße im Schlaf und kennst jede Kundin beim Namen. Und trotzdem fühlt es sich an, als würdest du auf der Stelle treten: Das Gehalt bewegt sich kaum, die spannenden Aufträge macht die Chefin, und der Traum vom eigenen Laden scheint weit weg. Genau an diesem Punkt entscheidet eine Weiterbildung, wohin dein Weg in der Floristik führt.

Hier findest du alle Weiterbildungen für Floristinnen im Überblick: von der Meisterin über die staatlich geprüfte Gestalterin bis zu Spezialisierungen, mit Dauer, Voraussetzungen und Förderung.

Kurz beantwortet: Welche Weiterbildungen gibt es für Floristinnen?

Der wichtigste Aufstieg ist die Floristmeisterin mit Prüfung vor der IHK. Die Meisterschule dauert etwa ein Jahr in Vollzeit oder anderthalb Jahre berufsbegleitend und wird mit dem Aufstiegs-BAföG gefördert. Dazu kommen die staatlich geprüfte Gestalterin, die Fachlehrerin für Floristik, die Ausbildereignung und Spezialisierungen wie Hochzeits-, Trauer- oder Eventfloristik.

Weiterbildung Floristin: Alle Wege im Überblick

Weiterbildung Dauer Voraussetzung Wofür
Floristmeisterin 1 Jahr Vollzeit oder 1,5 Jahre berufsbegleitend Abschluss plus Berufspraxis Leitung, Ausbildung, eigener Betrieb
Staatlich geprüfte Gestalterin 2 Jahre Vollzeit Abschluss plus 1 Jahr Praxis Gestaltung auf hohem Niveau
Fachlehrerin Floristik Seminarausbildung Meisterin plus Praxis Unterricht an Berufsschulen
Ausbildereignung wenige Wochen keine besondere selbst Azubis ausbilden
Spezialisierung Tage bis Monate keine Hochzeit, Trauer, Event

Floristmeisterin: Der klassische Aufstieg

Die Meisterin ist die bekannteste Weiterbildung in der Floristik. Die Prüfung legst du vor der IHK ab, geregelt ist sie in einer bundesweiten Verordnung von 2019. Nach Angaben des Fachverbands Deutscher Floristen brauchst du dafür die Abschlussprüfung als Floristin und einige Jahre Berufspraxis. Vorbereitet wirst du an einer Meisterschule, in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend rund anderthalb Jahre. Die Ausbildereignung ist meist schon enthalten.

Mit dem Meistertitel kannst du einen Betrieb oder eine Filiale leiten, Auszubildende ausbilden und dich mit deutlich mehr Fachwissen selbstständig machen. Was das beim Gehalt bedeutet, liest du in der Übersicht zum Gehalt als Floristin.

Floristin bei einer Weiterbildung in der Meisterschule
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Was kostet die Meisterschule und wer zahlt?

Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren unterscheiden sich je nach Schule deutlich. Frag deshalb direkt bei den Meisterschulen nach den aktuellen Kosten. Die gute Nachricht: Mit dem Aufstiegs-BAföG bekommst du 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, unabhängig von deinem Einkommen. Den Rest kannst du als zinsgünstiges Darlehen finanzieren, und bestehst du die Prüfung, wird dir die Hälfte dieses Restdarlehens erlassen. In Vollzeit gibt es zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Staatlich geprüfte Gestalterin und Fachlehrerin

Wer gestalterisch ganz nach oben will, kann sich in Weihenstephan in zwei Jahren Vollzeit zur staatlich geprüften Gestalterin weiterbilden. Voraussetzung sind der Abschluss als Floristin und ein Jahr Berufspraxis. Mit Meistertitel und Erfahrung als Ausbilderin steht dir außerdem der Weg zur Fachlehrerin für Floristik offen, also zum Unterrichten an Berufsschulen.

Ausbildereignung: Kleiner Schritt, große Wirkung

Mit der Ausbildereignungsprüfung (AEVO) vor der IHK darfst du selbst Auszubildende betreuen. Die Vorbereitung dauert meist nur wenige Wochen und ist oft auch online möglich. Für viele Betriebe ist sie ein klares Argument für mehr Verantwortung und mehr Gehalt.

Spezialisieren: Hochzeit, Trauer und Event

Nicht jede Weiterbildung braucht einen Titel. Viele Floristinnen verdienen mehr, weil sie sich einen Namen in einem Bereich machen, in dem Kundinnen bereit sind, für Qualität zu zahlen:

  • Hochzeitsfloristik: Brautsträuße, Anstecker, Tischdeko und Locations. Saisonal, aber gut bezahlt.
  • Trauerfloristik: Kränze, Gestecke und Sargschmuck. Ganzjährig gefragt und eng mit Bestattern verbunden.
  • Eventfloristik: Firmenfeiern, Messen und Hotels, oft mit großen Aufträgen.
  • Trockenblumen und Nachhaltigkeit: Ein wachsender Markt mit langlebigen Produkten.

Fortbilden kannst du dich über Seminare des Fachverbands, Workshops erfahrener Floristinnen und Onlinekurse mit Videos zum Nacharbeiten.

Floristin mit Spezialisierung auf Hochzeitsfloristik dekoriert eine Festtafel
Grafik mit Hilfe von KI erstellt

Weiterbildung von zu Hause: Nach der Elternzeit oder als Quereinsteigerin

Nicht jede Floristin kommt frisch aus der Ausbildung. Viele steigen nach der Elternzeit wieder ein oder haben den Beruf als Quereinsteigerin gelernt und wollen ihr Handwerk festigen. Dafür eignen sich Onlinekurse, die die Technik dahinter erklären: Anschneiden, Andrahten, Gestaltungsregeln und die richtige Bewässerung. Eine Übersicht passender Kurse findest du im Ratgeber zu den Floristikkursen für Quereinsteiger.

Für den Wiedereinstieg

Frisch dein Handwerk auf, bevor du wieder voll einsteigst

„1×1 Floristik: Mit Basiswissen zum Profi“ erklärt in sechs Modulen das Handwerk hinter jedem Werkstück: Werkzeuge, Anschneiden, Andrahten, Gestaltungsregeln, Oberflächen und Bewässerung. Ideal nach einer Pause oder für Quereinsteigerinnen.

Kursinhalte ansehen

* Affiliate-Link: Für dich ändert sich der Preis nicht.

Welcher Kurs gerade zu dir passt, zeigt dir der Kurs-Finder in drei Fragen:

Kurs-Finder Floristik

Welcher Floristik-Kurs passt zu dir? 3 Fragen, 30 Sekunden.

Frage 1 von 3

Welche Weiterbildung passt zu dir?

  • Du willst führen oder ausbilden: Floristmeisterin oder zumindest die Ausbildereignung.
  • Du willst gestalterisch an die Spitze: staatlich geprüfte Gestalterin.
  • Du willst schnell mehr verdienen: Spezialisierung in Hochzeits- oder Trauerfloristik.
  • Du träumst vom eigenen Laden: Der Meistertitel ist dafür keine Pflicht. Was du stattdessen brauchst, steht im Ratgeber Blumenladen eröffnen.

Du bist noch gar nicht in der Floristik und überlegst den Einstieg? Dann lies zuerst, wie du als Quereinsteigerin Floristin werden kannst.

Die Prüfung zum Floristmeister ist beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beschrieben.

Häufige Fragen zur Weiterbildung als Floristin

Wie lange dauert die Weiterbildung zur Floristmeisterin?

Die Meisterschule dauert in Vollzeit etwa ein Jahr, berufsbegleitend rund anderthalb Jahre. Danach legst du die Prüfung vor der IHK ab.

Wird die Weiterbildung zur Floristmeisterin gefördert?

Ja, über das Aufstiegs-BAföG. Du bekommst 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss, beim Bestehen wird die Hälfte des Restdarlehens erlassen. In Vollzeit gibt es zusätzlich einen Unterhaltsbeitrag als Zuschuss.

Brauche ich den Meistertitel für einen eigenen Blumenladen?

Nein. Für einen Blumenladen reicht in Deutschland eine Gewerbeanmeldung. Der Meistertitel hilft dir aber bei Kalkulation, Mitarbeiterführung und Ausbildung.

Verdient eine Floristmeisterin mehr?

Ja, vor allem in Leitungsfunktion, als Ausbilderin oder in der Selbstständigkeit. Konkrete Zahlen zur Ausbildung und zum Beruf findest du in unserer Gehaltsübersicht.

Kann ich mich als Floristin online weiterbilden?

Für Techniken und Spezialisierungen ja, etwa über Videokurse zu Sträußen, Gestecken oder Kränzen. Den Meistertitel gibt es dagegen nur über Meisterschule und Prüfung vor der IHK.