Die Location steht, das Kleid hängt im Schrank, und beim Blick auf die Angebote der Floristen denkst du: Den Strauß könnte ich doch auch selbst binden. Persönlicher wäre es sowieso, und das gesparte Geld fließt in die Feier. Gleich danach kommt die Sorge: Was, wenn der Strauß am großen Tag schief aussieht oder schon vor dem Ja-Wort die Köpfe hängen lässt?
Die Sorge ist berechtigt, aber lösbar. Mit dem richtigen Zeitplan, haltbaren Blumen und einer Probe vorab gelingt dir ein Brautstrauß, der auf den Fotos aussieht wie vom Profi. Hier bekommst du alles dafür: Blumenwahl, Materialliste, eine Anleitung in sieben Schritten und die Tricks, damit er bis zum letzten Tanz frisch bleibt.
Kurz beantwortet: Kann ich meinen Brautstrauß selber binden?
Ja. Ein runder Brautstrauß in Spiraltechnik ist auch für Anfängerinnen machbar. Wichtig sind ein bis zwei Probesträuße einige Wochen vorher, robuste Blumen wie Rosen, Eustoma und Eukalyptus und der richtige Zeitpunkt: Binde den Strauß am Vortag und stell ihn über Nacht kühl ins Wasser. Am Hochzeitstag wickelst du nur noch das Band um die Stiele.
Lohnt es sich, den Brautstrauß selber zu binden?
Ein Brautstrauß vom Floristen kostet je nach Größe und Blumen schnell einen dreistelligen Betrag. Selbst gebunden zahlst du vor allem die Blumen und etwas Material. Noch wichtiger ist für viele Bräute aber etwas anderes: Ein selbst gebundener Strauß erzählt eure Geschichte, mit den Lieblingsblumen, Zweigen aus dem Garten der Oma oder Farben, die sonst niemand kombinieren würde.
Ehrlich gesagt: Für aufwendige Formen wie einen Wasserfallstrauß oder für eine Hochzeit mit großem Blumenschmuck ist ein Floristenprofi die entspanntere Wahl. Für einen runden Strauß im Boho-, Vintage- oder natürlichen Stil reicht ein Nachmittag Übung.
Dein Zeitplan bis zur Hochzeit
- Zwei bis drei Monate vorher: Stil, Farben und Blumensorten festlegen. Prüf, welche Blumen zu deinem Termin Saison haben.
- Drei bis vier Wochen vorher: Probestrauß binden, am besten zweimal. Fotografiere ihn von allen Seiten.
- Zwei bis drei Tage vorher: Blumen beim Floristen oder auf dem Großmarkt bestellen und abholen. So haben sich die Blüten bis zur Hochzeit schön geöffnet.
- Am Vortag: Strauß binden und über Nacht kühl ins Wasser stellen.
- Am Hochzeitstag: Stiele trocken tupfen, Band wickeln, fertig.
Welche Blumen eignen sich für den Brautstrauß?
Am wichtigsten ist die Haltbarkeit. Dein Strauß muss Stunden ohne Wasser durchhalten, Fotos in der Sonne inklusive.
- Sehr robust: Rosen und Sprayrosen, Eustoma, Nelken, Chrysanthemen, Schleierkraut, Eukalyptus.
- Saisonale Lieblinge: Ranunkeln und Tulpen im Frühjahr, Pfingstrosen im Mai und Juni, Dahlien im Spätsommer. Wunderschön, aber etwas empfindlicher.
- Eher vermeiden: Hortensien ohne Wasserversorgung, weil sie schnell schlappmachen.
Für einen mittelgroßen runden Strauß reichen meist 15 bis 25 Blüten plus Grün. Kauf ein paar Stiele mehr als Reserve, falls einer knickt.
Das brauchst du an Material
- Scharfes Messer oder Gartenschere
- Bast oder Bindedraht zum Abbinden
- Satin- oder Seidenband, etwa einen Meter
- Perlennadeln, um das Band zu fixieren
- Einen Eimer mit frischem Wasser
Ein gutes Grundlagenbuch hilft dir, Farben und Formen sicher zu kombinieren:
Brautstrauß selber binden: Anleitung in 7 Schritten
Die klassische Form für den Brautstrauß ist der runde Kopf-an-Kopf-Strauß. Die Blüten sitzen dicht an dicht auf einer Höhe, das wirkt elegant und verzeiht kleine Fehler. Die Grundlage ist die Spiraltechnik, die du in der Anleitung zum Blumen binden lernen ausführlich findest.
- Blumen vorbereiten: Entferne alle Blätter am unteren Stielteil, schneide die Stiele schräg an und stell die Blumen mindestens zwei Stunden ins Wasser.
- Mitte setzen: Nimm die schönste Blüte als Zentrum und halte sie locker an der Bindestelle, etwa eine Handbreit unter der Blüte.
- Kopf an Kopf anlegen: Lege jede weitere Blume schräg in dieselbe Richtung an. Die Blüten sollen auf gleicher Höhe dicht aneinander sitzen.
- Drehen und prüfen: Dreh den Strauß nach jeder zweiten Blume ein Stück weiter. Kontrolliere ihn zwischendurch im Spiegel von der Seite, damit er schön rund wird.
- Kragen aus Grün: Setz zum Schluss rundherum Eukalyptus oder anderes Grün. Es rahmt die Blüten und schützt sie.
- Fest abbinden: Wickle Bast oder Draht mehrmals straff um die Bindestelle und verknote ihn.
- Stiele kürzen und wickeln: Kürze die Stiele schräg auf etwa zwei Handbreit Länge. Am Hochzeitstag wickelst du das Band von der Bindestelle nach unten und zurück und fixierst es mit Perlennadeln.
So bleibt dein Brautstrauß frisch
Stell den fertigen Strauß über Nacht in einen kühlen Raum, etwa Keller oder Treppenhaus, aber nicht neben Obst. Reifendes Obst gibt Ethylen ab, und dadurch welken Blumen schneller. Erst kurz vor der Trauung nimmst du ihn aus dem Wasser und tupfst die Stielenden trocken. Zwischen Trauung und Feier darf er wieder ins Wasser.
Und der Wasserfallstrauß?
Ein herabfließender Wasserfall- oder Kaskadenstrauß wird meist in einem Brautstraußhalter mit Steckschaum oder mit Drahttechnik gearbeitet. Das ist deutlich anspruchsvoller als ein runder Strauß. Wenn du es trotzdem selbst probieren willst, plane mehrere Probedurchgänge ein.
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Brautstrauß mit Trockenblumen selber machen
Trockenblumen sind die stressfreie Variante: Du kannst den Strauß Wochen vor der Hochzeit binden, er welkt nicht und bleibt dir als Erinnerung. Beliebt sind Pampasgras, Hasenschwanzgras, Strandflieder, Lavendel und getrockneter Eukalyptus. Gebunden wird genauso in Spiraltechnik. Arbeite nur vorsichtiger, weil getrocknete Stiele leichter brechen.
Die häufigsten Fehler beim Brautstrauß
- Keine Probe: Der erste Strauß gelingt selten perfekt. Plane mindestens einen Probedurchgang ein.
- Zu groß gebunden: Ein Brautstrauß sollte zu deiner Statur und deinem Kleid passen. Ein zu großer Strauß verdeckt das Kleid auf den Fotos.
- Zu spät gekauft: Ganz geschlossene Knospen öffnen sich nicht rechtzeitig. Kauf die Blumen zwei bis drei Tage vorher.
- Nasse Stiele am Kleid: Tupf die Stielenden trocken, bevor du den Strauß in die Hand nimmst.
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Häufige Fragen zum Brautstrauß selber binden
Bringt es Unglück, den Brautstrauß selbst zu binden?
Es gibt den Aberglauben, die Braut solle ihren Strauß nicht selbst aussuchen oder binden, weil ihn traditionell der Bräutigam überreicht. Belegt ist daran nichts. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, bindet ihn gemeinsam mit Trauzeugin, Mutter oder Freundin.
Wann sollte ich den Brautstrauß binden?
Am besten am Vortag der Hochzeit. Über Nacht steht er kühl im Wasser, und am Hochzeitstag musst du nur noch das Band wickeln. Trockenblumensträuße kannst du schon Wochen vorher fertig machen.
Wie lange hält ein Brautstrauß ohne Wasser?
Mit robusten Blumen wie Rosen, Eustoma und Eukalyptus mehrere Stunden. Stell ihn zwischendurch, etwa nach der Trauung oder während des Essens, wieder ins Wasser.
Wie viele Blumen brauche ich für einen Brautstrauß?
Für einen mittelgroßen runden Strauß meist 15 bis 25 Blüten plus Grün. Kauf ein paar Stiele als Reserve dazu.
Kann ich einen Brautstrauß aus Supermarktblumen binden?
Für den Probestrauß auf jeden Fall. Für den Hochzeitstag lohnen sich frische Blumen vom Floristen oder Großmarkt, weil du dort sicher sein kannst, wie alt die Ware ist und wann sie aufblüht.